вторник, 9 марта 2010 г.

Ich und Russland

Wichtige Nachrichten von der Ostfront *STOP* Gregor schwer verwundet von Erkundungsmission hinter feindlichen Linien zurück *STOP* verschollene Technologie entdeckt *STOP*.
So oder so ähnlich hätte die Nachricht ausgesehen die ich fast nach Deutschland geschickt hätte, bevor ich bemerkte, dass in Deutschland die ehrenwerte Technologie des Telegrafierens leider nicht mehr so verbreitet ist…
Kein Scherz, ich habe vor kurzem in Korenowsk echt ein Unternehmen entdeckt, über welches man Telegramme versenden kann. Da fühlt man sich doch gleich in die guten alten Zeiten versetzt, oder?
Jetzt aber erstmal zu meiner Abenteuerreise hinter die 7 Seen (dort wo sich nachts Igel und Mutanteneichhörnchen liebevoll die Hand reichen) und zurück.
Am besten beginne ich diesen Fall damit womit man meistens beginnt, dem Anfang.
Es war eine stürmische Nacht gewesen. John Parker griff nach seinem karierten Mantel und wie automatisch zu seinem alten Winchestergewehr dass stets griffbereit über seiner Tür hing, verließ um 6:42 sein Haus in die neblige Parker-street auf dem Weg zu den Docks am Ostufer der Themse.
Ohhh… falsches Setting…neuer Versuch:
Die ganze Nacht Schnee. Nichts als Schnee und Kälte. Doch daran hatte sich Dimitry Michealovich schon längst gewöhnt. Doch da waren noch die Kopfschmerzen. Was hatte er nur letzte Nacht wieder gesoffen. Das führte ihn zu einem viel Größeren Problem: Der Wodka war leer. So zog er sich seine Pelzstiefel an, seinen Mantel aus Otterfell … Er wusste es würde hart werden ohne Geld Alkohol zu besorgen darum ergriff er in seiner aufkommenden Panik eine seiner Kalaschnikows und machte sich um 14:32 auf den Weg zum nächsten Laden…

Und dort trifft er mich! Gerade frisch in Izhevsk angekommen. Um zeitlich an meinen letzten Blogeintrag anschließen zu können ist es jetzt 9:30 und als Deutscher verknuspere ich erstmal mein Knoppers.
Mittlerweile sind so etwa 19 Mädels und 1 (!) Junge angereist, die eine Präsentation über das Thema „Subkulturen“ auf Deutsch vorbereiten sollten. Sie waren jeweils mit einem Elternteil/Lehrer angereist und aus allen Teilen Russlands, eine Schülerin kam sogar aus Sibirien. Zu gewinnen gab es als Hauptpreis ein kostenloses Austauschjahr in Deutschland und der 2. Und 3. Preis war ein 3-wöchiger Intensivdeutschkurs in Deutschland. Dementsprechend war die Anspannung bei den 20 Bewerbern wirklich sehr groß, überraschenderweise gab es jedoch keinerlei Zickenkriege zwischen den Mädels. Vielmehr hatten wir alle viel Spass zusammen und es war wirklich für alle eine super Zeit!
Ich fand es wirklich sehr interessant an einem solchen Auswahltermin teilzunehmen. Denn in Wirklichkeit waren viele der Spiele die wir zusammen machten versteckte Tests um z.B. Teamfähigkeit, Lösungsorientierung usw. der Teilnehmer zu testen. Beispielsweise sollten alle gemeinsam auf einem Tuch stehen und dann gemeinsam versuchen es umzudrehen. Das klingt am Anfang lustig, aber es hat im Grunde eben einen wirklich seriösen Hintergrund. Auch habe ich bei mehreren Interviews zuhören können, bei denen nicht nur die Deutschkenntnisse überprüft wurden (Im Grunde konnten von den 20 Partizipierten gerade mal 3 halbwegs gut deutsch sprechen…), sondern natürlich auch Fragen zu „Warum Deutschland?“ „Welche Vorstellungen?“ „Wer bist du überhaupt?“ usw. gestellt wurden. Es war echt interessant mal auf der „anderen“ Seite bei Jobinterviews zu stehen, und nach 4 Interviews hat mir mein Kopf schon sowas von gequalmt. Ich war echt froh, dass ich bei der eigentlichen Entscheidung kein echtes Mitspracherecht hatte und eher so als Mutspender für die Anwärter zuständig war.
Die Präsentation an sich war ein Wechselbad der Gefühle (Diese Metapher wollte ich schon immer mal in meinem Blog bringen, auch wenn’s hier vlt. Nicht ganz so passt, aber trotzdem!!!) manche Präsentationen waren wirklich super anspruchsvoll, wir haben z.T. sogar Flyer über verschiedenen Modestyle usw. bekommen, andererseits gab es aber auch echte Enttäuschungen, wenn trotz eindeutiger Regeln der Vortrag auf Russisch gehalten wurde z.B.. Eins der Mädels fing sogar an nach 2 Minuten Präsentation 10 Minuten lang über Ihre Erfolge in der Schule, Musikschule und Schülerzeitung zu reden. Ach ja, sie war auch Schülerpräsidentin und hat irgendeinen Wettbewerb gewonnen und war deshalb mal auf ner Insel, von der sie 1000 Bilder zeigte…
Letztendlich war der erste Platz ziemlich eindeutig belegt und es ging dann um die Verteilung der anderen Plätze, was aber sehr schwierig war, da ein internationales Komitee in denen Russen Teil der Entscheidungsmacht sind immer zu Problemen kommt. Russen an sich lieben nämlich wenn Ihre Vorurteile bestätigt werden (Hatte ich erzählt, dass im Moskaucamp eine Freundin aus Guatemala aufgefordert wurde beim Theaterstück nur mit Blättern bekleidet aufzutreten, da es ja die normal-traditionelle Kleidung sei?), deshalb passte z.B. eine Gothicerin nicht in Ihr Bild, da sie erzählte sie habe nicht wirklich das Verlangen sich umzubringen…
Vielmehr bestanden Sie darauf das liebe Mädchen mit dem langen Zopf zu nehmen, welches Geige spielt und immer lieb schaut (und natürlich gegen Subkulturen ist, wobei ihre einzige Begründung war, dass Subkulturisten komisch seinen und mit Ihrer Kleidung Leute stören würden). Ich bin ja noch froh, dass von dem Mädchen dass sich allen Ernstes hinstellte und Ihre komplette Argumentation auf einem Zitat aufbaute, dass in etwa aussagte: „Den Sprung von Kindheit zu Erwachsensein soll man möglichst schnell hinter sich bringen, um seinem Land dienlich sein zu können.“ Und das schlimme war sie glaubte echt jedes verdammte Wort dass sie sagte… Naja… In Russland fehlten halt echt die 60er und 70er Jahre, die bei uns für viel mehr Freiheit sorgten.
So kurzer Einschub in die Gegenwart. Heute ist der 07.03. und ich schreibe mal wieder von einer interessanten Lokation aus. Ich fahre mit einem sehr modernen Bus (man muss ja auch mal was loben!) gerade die Schwarzmeerküste entlang in Richtung Sochi. Die Landschaft ist echt wirklich aufregend und spannend, Serpentinenfahren in bis zu 200 Meter Höhe direkt neben einem vom Sturm aufgewühlten Meer (Bis zu 3m hohe Wellen! Letzte Nacht hat es hier ziemlich gestürmt). Und die einzelnen verbliebenen Schauer(-wolken) kreieren ein wirklich malerisches Szenario. Okay ich wär nicht Gregor wenn ich nicht doch noch was zu meckern finden würde… Aufgrund jahreszeitsbedingtem Blattausfall der Bäume ist der Kaukasus noch nicht wirklich in seiner Topform, aber ich sehe seine Ambitionen. Außerdem sprießen schon hier und da die ersten Krokusse, Schlüsselblumen und andere Frühlingsgewächse aus dem sehr kalkhaltigen Boden. Ich habe letzte Nacht in einem Hotel in der Nähe von Ol’ginka bei Tuapse (am sch. Meer) mit Alessandro, Karla, ihrem neuen Gastbruder (Sie wohnt momentan bei der Leiterin von AFS-Krasnodar), und dessen Freunden. Wir haben geschaschlikt, waren im Schwimmbad (Meer leider noch zu kalt) und mir wurde Angeboten wieder als Volunteer zu arbeiten im nächsten Camp, welches in ebendiesem Hotel Ende März stattfinden wird. Soll heißen wenn ich nicht noch das Angebot bekomme zu einem cooleren Camp (Weil: Mehr Leute dort, die ich kenne!) nach Veliky Novgorod (Zwischen Moskau und Peter, da wo letztens mal der Bombenanschlag auf den Nachtzug war) zu fahren, verbringe ich die nächsten Ferien am kohlefarbenem Meer (sorry, mir ist kein besseres Synonym eingefallen). Naja und nun wo ich schon am großen See bin, dachte ich mir, ich könne doch auch eine Freundin in Sochi besuchen, welche ich in Izhevsk getroffen habe. Und mit diesem Stichwort habe ich mir eine quasi perfekte Überleitung geschaffen und ich kann wohlgemutes von der aktuellen Zeit zum Erzähltempus zurückschreiten.
In Izhevsk habe ich mal wieder viele Schüler kennengelernt, mit denen ich mich auf jeden Fall wieder treffen werde! Wie zum Beispiel heute. Außerdem war dort eine deutsche Studentin, die momentan ihr Praktikum im Goethe-Institut absolviert, was wohl ein wirklich sehr reizvoller Job sein soll. Man hat sehr viele Aufgaben und bekommt selbst als Praktikant viel Eigenverantwortung zugeteilt. Wir reisten dann auch am 01.02. gemeinsam nach Moskau, was anfangs ein bisschen verwirrend war, da Izhevsk in einer anderen Zeitzone liegt und die Zugfahrpläne in Moskauer Zeit, aber auch das Problem haben wir gelöst. In Moskau übernachtete ich bei Masha, einer guten Freundin, die ich im Moskaucamp kennengelernt habe. Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit und erwartungsgemäß war Moskau zu dieser Zeit sehr kalt, dementsprechend haben wir nicht allzu viel erlebt. Jedoch waren wir in einem Filmstudio, denn sie studiert Medienjournalismus und muss öfters an verschiedenen Castings teilnehmen, in dieser Rolle sollte sie ein Mädchen spielen, dessen fester Freund, beste Freundin und letztendlich auch noch Mutter stirbt. Entsprechend war sie ganz froh die Rolle nicht bekommen zu haben. Und meine Illusionen wurde zerstört. Ich musste mit ansehen, wie eine Richtersendung (ala Alexander Hold, nur russisch) gedreht wurde. Und das mit Schauspielern!!!! Ich dachte doch das ist alles echt… Außerdem waren wir in einer Kunstausstellung, die jedoch zum Großteil geschlossen war und ich habe ein bisschen des Nachtlebens kennengelernt. Zwar konnte ich nicht sehr lange ausgehen (die Metro schließt um 1 Uhr, und ohne sie ist Moskau nochmal 5x so groß), aber die erste Bar in der wir waren war schon fast cooler als alle Krasnodarer Bars zusammen.
Am 05.02. ging dann meine Reise weiter nach Wolgograd um meinen Kumpel Axel dort zu besuchen (Austauschstudent). Über Wolgograd gibt es jetzt wirklich nichts weiter zu berichten. Die Ältesten Gebäude 70 Jahre, die Hauptattraktionen kann man an einem Tag abhaken… Deshalb hatten wir eher Spaß zusammen. Wir machten Intensiv-Banja (russische Sauna, bei der man sich mit Buchenblättern auf den Rücken schlägt, danach mit Salz einreibt und dann das ganze wieder von vorne… Autsch!!! Oh und das Beste: der Aufguss wird mit etwas Bier verdünnt… Was komisch klingt, aber gar nicht so übel riecht, und das Beste ist, den Rest des Bieres muss man dann ja auch trinken), trafen uns mit Luisa und Francesca (Bolivien, Italien) und haben einfach viel Quatsch gemacht.
Am 09.02. war dann der Zeitpunkt für meine letzte Station auf dieser Reise gekommen: Rostow an der Don. Diese historische Stadt liegt nicht weit vom Asowschen Meer und ich muss sagen, sie gefällt mir echt sehr gut. Ich konnte wieder bei einer Freundin aus dem Moskaucamp übernachten, Nastia. Sie und ein Freund zeigten mir wirklich viel dieser Stadt und ich bin wirklich froh darüber dort gewesen zu sein. Leider war auch hier das Wetter gegen mich, -10 Grad und ein verdammt kalter Wind, der das ganze eigentlich erst so kalt gemacht hat.
Oh mein Gott, ich kann es nicht fassen: Ich schaue so nichtsahnend aus dem Fenster, und was sehe ich? Grün! Nicht weit von Sochi zwischen, wie mir das Ortsschild verriet, Hopsa und Loo (interessante Namen), gibt es neben dem Regen der gerade angefangen hat wirklich grünes Gras! Fast wie in Deutschland! Ich bin ja so froh!!!
Oh je. Nach diesem sentimentalen Ausrutscher ist wohl die Seriösität und Niveaufülle meines Blogs auf des Minimum eines ekelhaften, schmutzigen, objektiv-kommerziellen bild-zeitungsabklatschenden… Verdammt jetzt habe ich vergessen worauf ich hinauswollte naja… Ach PS: Es hat wieder aufgehört zu regnen.
Zurück in der Zeit, zurück nach Rostov (Ich kann das auch ohne Chevrolet [Verbessert mich wenns ne andere Marke war]). Also aufgrund des Wetters genoss ich ausführlich die Vorzüge der dortigen Badewanne. Ihr wisst ja nicht was für ein Genuss es ist sich nach einem halben Jahr nur Dusche endlich mal wieder zu wäschn. Also wie gesagt ist Rostov für russische Maßstäbe wirklich wunderschön, allerdings ebenfalls jahreszeitlich gehandicapt. Einer Stadt die durch Ihre vielen Parks und Bäume ausgezeichnet ist steht nun mal Schneematsch nur bedingt.
Am darauffolgenden Sonntag war ich dann endlich per Autobus heimgekommen und war eigentlich sehr froh endlich eine Pause machen zu können, als ich schon erfuhr, dass ich am Mittwoch schon wieder nach Wolgograd reisen werde, da der Italiener in Korenovsk, Andrea, einen Begleiter brauchte (er ist nicht 18), um nach Wolgograd zu Francesca zu reisen. So verbrachten ich nach nur 2 Tagen schon wieder die nächste Nacht in dieser ach so schönen Stadt und kam am 25. nicht nur mit Andrea sondern auch mit Axel zurück, der gerade Ferien hatte. Welch ein Fehler…
So: der Spannungsbogen ist mit nur einem Satz aufgebaut, euer Interesse wiedererweckt, doch dem armen Gregor ist von der vielen Gekurverei jetzt so langsam doch schlecht geworden und er schreibt ein anderes mal weiter. Bis dahin erfreut euch an diesem Cliffhanger, jetzt erstmal Werbung.

PS: Ich habe gerade eben in der Ferne Sochi gesehen! Juhu!!!
PPS: Hat jemand noch meine alten Blogeinträge? Würde mich freuen wenn sie mir jmd zukommen lassen könnte :)

среда, 3 февраля 2010 г.

Ausweichblog....

Wer schreibt so spät bei Nach und bei Wind?
Es ist der Gregor und zwar nicht allzu geschwind.
Erst mal Guten Morgen an Alle. Was lange dauert muss letztendlich gut werden heißt es doch, oder? Naja… Ich hoffe mal ;)
Die ist mein erster und wohl auch letzter Beitrag aus einem Zug. Ich befinde mich gerade irgendwo zwischen Schwarzem Meer und dem Ural-Gebirge in Abteil 5, Sitz-/Liegeplatz 19. Hier gibt es Steppe und Schnee. Sehr interessant. Deshalb dachte sich klein Gregor: „Bevor ich hier nachher noch mit Russen reden muss schreibe ich mal schnell an meinem Blog weiter.“. Wohin ich fahre? Davon später mehr… Erstmal muss ich mit dem bisher passierten aufholen. Da gab es nämlich so einiges: Wolgograd, Moskau, Korenowsk (welches ich hier bewusst einreihe um seinem Status als Weltstadt gerecht zu werden), eine neue Familie, Kälte und nun ja auch noch die erste Hälfte der Zugfahrt.
Wolgograd
Ich habe bisher erst sehr wenig darüber geschrieben, oder? Naja, ich muss den Scheiß den ich hier verzapfe ja nicht lesen. In Wolgograd fand das sogenannte „Midstay-Camp“ statt, in dem alle Austauschschüler und Volunteers (Ich :))) ) des Südens zusammenkamen um unsere Probleme mit einem guten Schluck aus der Wodkaflasche runterzuspülen…Oohhh ich meine: Dort zu besprechen und angebrachte Lösungen gemeinsam zu entwickeln und später umzusetzen. Im Grunde sah es dann so aus, dass wir 30 Minuten einen Fragebogen ausgefüllt haben und den Rest der Zeit Weihnachten gefeiert haben (Es war ja 24. Dezember ;) ).
In Wolgograd wurde ich das erste mal hier mit dem Russischen Winter konfrontiert. Er ist bitterkalt, beißt sich fest und lässt einen dann nicht mehr los. Er ist also mit Oliver Kahn durchaus vergleichbar. Und ihr würdet ja auch nicht gerne in ihm wohnen. Dementsprechend haben wir uns vor allem Innerhalb von Gebäuden aufgehalten, die komischerweise alle jünger als 70 Jahre sind. Es ist echt schade was hier passiert ist, in der Schlacht um Stalingrad sind über 1.000.000 (!) Menschen umgekommen. Wie grausam es war wurde einem besonders im Museum für Kriegsgeschichte bewusst, welches sehr detailliert jedoch leider äußerst einseitig die Schlacht beschrieben hat. Einseitig beispielsweise in dem Sinne, dass an jeder Ecke ein Bild eines anderen russischen „Helden“ steht, der 150 Deutsche umgebracht hat, oder eines Kindes das zwei Soldaten tötete bevor es erschossen wurde. Das dahinter Schicksale hängen, oder allgemein das töten schlecht ist wurde gar nicht angesprochen. Beispielsweise sah man kurz vor Ende der Führung das Bild eines deutschen Friedhofes, und ich dachte mir jetzt wird vielleicht auch mal auf deutsche Verluste eingegangen, einziger Kommentar der Führerin: „Und hier sieht man wie schlecht die Deutschen gekämpft haben, und deshalb die Schlacht verloren haben.“ Ich finde es echt erschreckend wie hier in Russland das Militär noch eine wichtige Rolle spielt. Man lernt in der Schule das Schießen mit einem Maschinengewehr! Natürlich kann ich verstehen, dass Russland oft angegriffen wurde und sich verteidigen musste, trotzdem muss das heutzutage doch wirklich nicht sein…
Wir besuchten auch die größte Statue der Welt, die zum Gedenken an die gefallenen Russen in Stalingrad errichtet wurde, es steht auf einem Hügel im Zentrum der Stadt (soweit man bei einer 100 km langen Stadt von Zentrum sprechen kann) und der komplette Weg zur Statue erinnert mit Figuren, Tempeln und Mahnmalen an den Krieg… Es ist echt beeindruckend und spätestens wenn man in den goldenen Haupttempel tritt, in dem langsame, traurige Musik spielt fühlt man sich wirklich bedrückt. Ich glaube aber, dass hier Bilder mehr sagen werden, als Worte, dementsprechend hoffe ich bald mal wieder richtiges Internet zu haben, um euch auch was zeigen zu können.
Moskau
So kam ich dann sehr ausgelaugt am 28. Dezember wieder an (Ich hatte in Wolgograd eine schlimme Magenverstimmung und musste dauernd kotzen… Lag wohl an Ollie Kahn ;), dies führte wohl auch zu einigen Missverständnissen, als ich beispielsweise mit Masha in einem Restaurant nach der Toilette fragte, mit Masha darin für 10 Minuten verschwand und danach jackeanziehenderweise zusammen mit ihr wieder die Toilette verließ…, ich konnte nicht mal Wasser vertragen, als ich dann aber Cola versuchte ging es mir 10 Minuten danach wieder ausgezeichnet!?) War noch ein letztes mal in meiner nun Ex-Familie und feierte dort gezwungenermaßen auch Neujahr, da es die letzte Nacht vor meiner Abreise nach Moskau war. Es war recht langweilig, denn Russen lieben es TV zu schauen. Das war dann auch am wichtigsten russischen Feiertag so und wir genossen 5 Stunden die Massenmedien… Ich fand es recht schade, allerdings hat das gute Essen dafür entlohnt. Kurz vor meiner Abreise erfuhr ich dann noch, dass ich danach „übrigens“ nicht wie ausgemacht nach Ust-Labinsk gehen werde, sondern Korenowsk, ein noch kleineres Kaff.
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So gerade mit ein paar Russen selbstgemachten Cognac getrunken. Jetzt muss ich aber schnell schreiben bevor ich vollständig erblinde…
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Dann der Tag der Abreise... Ich hab es ausnahmsweise mal halbwegs pünktlich geschafft den Bahnhof zu erreichen und hatte sogar alles dabei was ich brauchte! Wenn ihr jetzt auf ne Pointe wartet, die kommt leider nicht. [Vorspulen] 30 Stunden Zugfahrt. Ankunft Moskau 05:00, werden mit `nem fetten Jeep abgeholt (ach ja, ich bin zusammen mit Alessandro gereist, ich mag ihn), der sogar Fernseher hatte. 2 Stunden Fahrt, irgendwo südlich Moskaus in einem Polizeiausbildungslager, erstmal wieder schlafen.[Normale Geschwindigkeit] Nach und nach pendelten dann auch die anderen ein, ich war anfangs etwas skeptisch, als die ersten die ankamen so etwa 10 jährige Russen waren, das relativierte sich aber schnell wieder zu einem normalen Durchschnittsalter welches dann letztendlich wohl bei etwa 15 lag… Insgesamt waren wir 16 Austauschschüler, 20 Russen und 8 „Aufpassern“ (…wie mir *grins*) die aber alle bis auf eine Hexe ihren Job nicht allzu ernst nahmen. Es dauerte auch nicht lange bis wir endlich den ersten Laden fanden um Wod… ähm Cola zu kaufen (20 Minuten Fußweg, durch einen Wald, danach über eine Friedhofsmauer klettern, den Friedhof mit seinen Wächtern [!?] überwinden und anschließend noch einen Fluss überqueren, während man normalerweise von Hunden verfolgt wird, die seit Tagen nur Schnee gefressen haben [Ja, der Russe in mir wittert diverse Getränke 30 km gegen den Wind!!!]), von da an war es echt ein super lustiges Camp!!! Wir hatten alle super viel Spass vor allem Abends wenn wir Freizeit hatten und Singstar spielten, Bier öffneten, diverse komische russische Spiele (leider kein Roulette ;) )spielten, Bier öffneten, und irgendwann morgens um 5 versuchten unser Bett zu finden, was aber nicht immer klappte. Ich wachte eines Morgens im Kissenschrank im Flur auf… (War übrigens sehr gemütlich!).
Unser Tagesablauf ähnelte sich leider sehr, tagsüber probten wir kleine Theaterstücke (war anfangs sehr lustig, humorvolle Art verschiedene Länder kennen zu lernen, später vor allem wenn die Hexe in unserer Gruppe war konnte es schon langweilig werden). Diese Stücke führten wir dann abends auf, was immer lustig war. Ich hoffe dass einige Bilder von mir nie im Internet auftauchen ;). So spielte ich beispielsweise Sherlock Holmes, führte einen Schottischen Stepptanz auf, war Hinterteil eines Elefanten oder einer von vier schwulen persischen Wächtern (inklusive Make-up). (Alle Rollen fast wie auf mich zugeschnitten, oder? :-D )
Das Beste von allem waren aber, wie eigentlich immer in Russland, die Leute die man dort getroffen hat! Alle waren super sympathisch und es fiel einem nicht schwer sofort Freundschaften zu schließen. Dafür schätze ich Russland wirklich sehr! Jeder war nett, zuvorkommend, interessiert und wir hatten ne super Zeit zusammen! Auf diesem Wege: Ich vermisse euch alle/ I miss you all/скучаю вас.
So nach diesem sentimentalen Ausrutscher bleibt wohl nur zu sagen, dass wir immerhin den letzten Tag in Moskau verbrachten, aber leider nicht allzu viel von der Stadt sahen, nur die typischen Sehenswürdigkeiten (Roter Platz, Basilius-Kathedrale usw. …) die ich ja schon kannte. Allerdings war ich in Russlands erstem McDonalds, der übrigens gestern sein 20-jähriges Jubiläum feierte :) Happy Birthday!

Biep…Biep… klacker-klacker…zisch… Akku leer -.-
Izhevsk
9:00 Morgens… Hotelzimmer… -25 Grad Außentemperatur… Habe gerade gefrühstückt, es gab Kascha (wie Grießbrei, nur salzig, ich werde immer sehr komisch angeschaut wenn ich mir erstmal die ganze Zuckerbüchse in die „schöne Kascha“ kippe) und Tee, das übliche. Heute werde wohl einige Studenten aus Moskau anreisen und mit mir reden^^. Gestern auch schon eine Lehrerin und Schülerin aus der Nähe Moskaus kennengelernt. War etwas komisch, weil sie einfach so an meine Tür klopften (Übrigens hab ein sau cooles Einzelzimmer! Ich hatte schon fast vergessen wie gemütlich ein richtiges Bett sein kann… mmm ^^ ) und nach der Masche: „Hey wir sind auch hier“ eine Frage nach der anderen stellten und ich eig. nur schlafen wollte (verdammter selbstgemachter Cognac…). Naja im Grunde weiß ich selbst noch nicht, was ich hier eigentlich mache (ach ja, hätte ich fast vergessen, ich bin übrigens in Izhevsk, einer 800.000 Einwohnerstadt in der Nähe des Urals, bei Kazan… Die Stadt ist eigentlich nur berühmt dafür, dass hier die AK-47 erfunden wurde und dass Herr Kalaschnikow wohl immer noch hier lebt. Vielleicht treffe ich ihn hier ja…) ich habe nur gehört hier findet ein Deutschwettbewerb statt und ich muss mitentscheiden wer ein Stipendium für Deutschland erhält. Ja, ich bin wichtig! *klugdreinschau* Aber das war auch schon alles. Ich hab ein Ticket bekommen und nun bin ich hier… Russland schafft es immer wieder mich zu überraschen, ich hoffe mal es wird interessant und wie sagt man so schön? Kommt Zeit, kommt Rat!
Korenowsk
Ei-ei-ei man kann hier ja richtig durcheinander kommen, mein Blog ist vom Verstehens-Schwierigkeitsgrad wie eine Mischung aus Donnie Darko, der Film der Rückwärts abläuft (hab grad den Namen vergessen) und [hier beliebigen Filmnamen einfügen]. Ein Höhepunkt jagt den nächsten, die Zeitsprünge sind immens und der philosophische Aspekt in meinen Beiträgen ist auch nicht zu vernachlässigen. Naja, von wegen Zeitsprüngen Natürlich liegt Korenowsk vor Izhevsk (ohh jetzt auch noch diese verwirrenden russischen Namen…). Ich lebe dort nämlich seitdem ich aus Moskau zurückgekehrt bin (13. Januar). Habe mich erstmal mit der Leiterin im Krasnodarer AFS-Büro gestritten, weil sie eine [beliebiges Schimpfwort einfügen] ist und sie mich nach Korenowsk noch in ein anderes Kaff stecken will. Seitdem regel ich einfach alles nur noch mit dem Moskauer AFS-Büro, die wirklich nett sind! Dementsprechend werde ich wohl nach Korenowsk in Rostow (an der Don) arbeiten. Zurück (thematisch gesehen) oder vorwärts (zeitlich gesehen, also vom Standpunkt ich bin im AFS-Büro, wenn man natürlich sich geistig noch in Rostow befinden sollten, dann auch zeitlich zurück, weil dies ja in der Zukunft liegt, und Zeitreisen nur unter sehr bestimmten Umständen passieren, mit denen natürlich die Vergangenheit auch in der Zukunft liegen könnte, es jedoch gewisse Probleme verursachen würde… fuu, es ist ja alles so kompliziert… Aber ist es nicht gerade das, was unsere Welt so interessant macht? [ich sagte doch philosophisch!])
Nundenn Gefährten, lasset uns fortschreiten!
Haaallo erstmal! Ich weiß nicht ob sie es schon wussten, aber in Korenowsk leben etwa 20.000 Menschen, es gibt eine Milchfabrik (also ich weiß schon, dass Milch von Kühen kommt!), einen Hühnerstall, Hunde, kleine Häuschen, große Häuser, einen Marktplatz und sonst eigentlich nichts. Ach ja es gibt noch 3 Schulen, an denen ich arbeite! (Ihr seht doch, wie wichtig ich bin, oder?). Naja viel mehr kann man echt nicht sagen, der Park ist vielleicht noch erwähnenswert und wir haben sogar eine Disco, die jedoch um 21:00 Uhr schließt ^^. Ihr seht es kann schnell langweilig werden… Zum Glück habe ich eine Shisha, einen Italiener namens Andrea und billigen Wodka, was alles zusammengenommen dann doch eine sehr lustige Mischung ist. Und ich muss sagen dass mir hier die Leute sogar besser gefallen als in Krasnodar, wo man oft das Gefühl hat, dass viele Freundschaften sehr oberflächlich sind. Hier habe ich auch zum ersten mal sympathische Jungs in meinem Alter kennen gelernt, mit denen ich immer Volleyball spiele oder pokere. Dementsprechend kann man selbst dass langweiligste Dorf ein bisschen aufwecken. Leider ist es nur im Moment ziemlich kalt (bis-20 Grad) dementsprechend sind die interessanten Ausflugsmöglichkeiten im Freien (z.B. der Park und… ehmm… hab ich schon erwähnt, dass wir einen Park haben?) zurzeit nicht wirklich interessant. Ach ja, hab‘ ich schon erwähnt? Ich habe jetzt schwarze Haare!
In den Schulen mache ich dasselbe wie in Krasnodar, was in etwa so aussieht, dass ich die ersten Tage mein Buch über Bensheim mitnehme und denen mal zeige, dass es auch kleine Städte gibt, die irgendwie schön aussehen können, was danach eigentlich immer dazu führt, dass alle sofort nach Deutschland ziehen wollen, die nächsten Stunden erzähle ich irgendwelches Zeug über Deutschland und danach versinke ich son bisschen in Arbeitslosigkeit, was jedoch hier dadurch abgefangen wird, dass ich einfach manchmal mit ein paar Klassen zum normalen Unterricht gehe, und zum Beispiel Schießen übe, lerne wie böse doch alle Amerikaner sind oder einfach ein bisschen den Unterricht störe.
Meine Familie hier gefällt mir echt super! Von meinen Familien muss ich sagen, die hiesige ist am besten, nicht nur dass das Essen super lecker ist, sondern ich hab meine Schwester super lieb, denn wir streiten uns die ganze Zeit! (Allerdings eher das Bruder-Schwester-wir-haben-uns-trotzdem-lieb-streiten). Sie heißt Kristina, ist vor einer Woche 14 geworden (Naja die Geburtstagsfeier war ein bisschen komisch… Lauter laute lautere Mädchen, die rumspringen, Krach machen, atmen nerven.
Naja jedenfalls lebt bei uns auch noch meine Mutter, Babushka, und eine Katze, die ich aber wirklich nicht leiden kann, denn sie ist böse. Meine Mutter und Oma sorgen sich sehr um mich und wollen mir alles recht machen, hier leide ich echt wieder unter dem russischen: „Nur noch ein kleines bisschen!“ – „Verdammt, ich habe doch schon die ganze Zuckerdose und zwei Zitronen in meinem Tee schwimmen“ – „Dann nimm noch ne dritte, es ist schmeckt doch leckerer“ – Syndrom. Also keine Sorge, verhungern werde ich nicht und wenn ich immer noch in den Sitz im Flugzeug passen werde, dann werde ich wohl auch halbwegs unbeschadet in nem halben Jahr in Deutschland sein.
Apropos halbes Jahr, leider sind vor wenigen Tagen die meisten Amerikaner abgereist, da ihr Programm nur für ein halbes Jahr ausgelegt war. Wilson, falls du das liest, Dima und ich vermissen dich (bzw. würden dich vermissen). Ich hoffe wir sehen uns bald wieder, shuvaaak!
WOW! Ich glaube das war‘s wohl erstmal! Juhu, ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals wieder zum aktuellen Geschehen aufholen kann. Ich bin echt stolz. Noch ein paar Danksagungen am Schluss:
Danke an Schuldi, der meinen Blog wieder repariert hat (zumindest geh ich davon aus, wenn ihr das hier lesen könnt)
Danke an „V“, der mir Zeit verschafft hat und ne gute Ausrede, das Releasedatum meines neuen Posts zu verschieben.
Danke an die Person, die „Bleib stehn‘ du Lump“ erfunden hat.
Danke an Kai, der mir fürs blog-nicht-schreiben in den Arsch getreten hat.
Danke an Mama, Papa und ganz besonderen dank an meine Eltern.
Danke an Luigi, du bist cooler als Mario!
Danke an Bowser, du bist cooler als Luigi und Mario.
Danke an Schmolke für den Support und mich bald besuchen kommt!
Danke an Schader dafür dass er Deutschland mit sozialer Arbeit unterstützt, du bringst unser Land vorwärts!
Danke an Jonas, weil er die coolste Mugel (halb Mensch – halb Kugel) auf der Welt ist und damit cooler als Bowser! (und mich besuchen kommt?)
Danke an alle die das hier lesen!!!

Hihi: Wer das hier liest ist doof! :-P
(mal wieder 2500 Wörter, meine Finger glühen!)