вторник, 9 марта 2010 г.

Ich und Russland

Wichtige Nachrichten von der Ostfront *STOP* Gregor schwer verwundet von Erkundungsmission hinter feindlichen Linien zurück *STOP* verschollene Technologie entdeckt *STOP*.
So oder so ähnlich hätte die Nachricht ausgesehen die ich fast nach Deutschland geschickt hätte, bevor ich bemerkte, dass in Deutschland die ehrenwerte Technologie des Telegrafierens leider nicht mehr so verbreitet ist…
Kein Scherz, ich habe vor kurzem in Korenowsk echt ein Unternehmen entdeckt, über welches man Telegramme versenden kann. Da fühlt man sich doch gleich in die guten alten Zeiten versetzt, oder?
Jetzt aber erstmal zu meiner Abenteuerreise hinter die 7 Seen (dort wo sich nachts Igel und Mutanteneichhörnchen liebevoll die Hand reichen) und zurück.
Am besten beginne ich diesen Fall damit womit man meistens beginnt, dem Anfang.
Es war eine stürmische Nacht gewesen. John Parker griff nach seinem karierten Mantel und wie automatisch zu seinem alten Winchestergewehr dass stets griffbereit über seiner Tür hing, verließ um 6:42 sein Haus in die neblige Parker-street auf dem Weg zu den Docks am Ostufer der Themse.
Ohhh… falsches Setting…neuer Versuch:
Die ganze Nacht Schnee. Nichts als Schnee und Kälte. Doch daran hatte sich Dimitry Michealovich schon längst gewöhnt. Doch da waren noch die Kopfschmerzen. Was hatte er nur letzte Nacht wieder gesoffen. Das führte ihn zu einem viel Größeren Problem: Der Wodka war leer. So zog er sich seine Pelzstiefel an, seinen Mantel aus Otterfell … Er wusste es würde hart werden ohne Geld Alkohol zu besorgen darum ergriff er in seiner aufkommenden Panik eine seiner Kalaschnikows und machte sich um 14:32 auf den Weg zum nächsten Laden…

Und dort trifft er mich! Gerade frisch in Izhevsk angekommen. Um zeitlich an meinen letzten Blogeintrag anschließen zu können ist es jetzt 9:30 und als Deutscher verknuspere ich erstmal mein Knoppers.
Mittlerweile sind so etwa 19 Mädels und 1 (!) Junge angereist, die eine Präsentation über das Thema „Subkulturen“ auf Deutsch vorbereiten sollten. Sie waren jeweils mit einem Elternteil/Lehrer angereist und aus allen Teilen Russlands, eine Schülerin kam sogar aus Sibirien. Zu gewinnen gab es als Hauptpreis ein kostenloses Austauschjahr in Deutschland und der 2. Und 3. Preis war ein 3-wöchiger Intensivdeutschkurs in Deutschland. Dementsprechend war die Anspannung bei den 20 Bewerbern wirklich sehr groß, überraschenderweise gab es jedoch keinerlei Zickenkriege zwischen den Mädels. Vielmehr hatten wir alle viel Spass zusammen und es war wirklich für alle eine super Zeit!
Ich fand es wirklich sehr interessant an einem solchen Auswahltermin teilzunehmen. Denn in Wirklichkeit waren viele der Spiele die wir zusammen machten versteckte Tests um z.B. Teamfähigkeit, Lösungsorientierung usw. der Teilnehmer zu testen. Beispielsweise sollten alle gemeinsam auf einem Tuch stehen und dann gemeinsam versuchen es umzudrehen. Das klingt am Anfang lustig, aber es hat im Grunde eben einen wirklich seriösen Hintergrund. Auch habe ich bei mehreren Interviews zuhören können, bei denen nicht nur die Deutschkenntnisse überprüft wurden (Im Grunde konnten von den 20 Partizipierten gerade mal 3 halbwegs gut deutsch sprechen…), sondern natürlich auch Fragen zu „Warum Deutschland?“ „Welche Vorstellungen?“ „Wer bist du überhaupt?“ usw. gestellt wurden. Es war echt interessant mal auf der „anderen“ Seite bei Jobinterviews zu stehen, und nach 4 Interviews hat mir mein Kopf schon sowas von gequalmt. Ich war echt froh, dass ich bei der eigentlichen Entscheidung kein echtes Mitspracherecht hatte und eher so als Mutspender für die Anwärter zuständig war.
Die Präsentation an sich war ein Wechselbad der Gefühle (Diese Metapher wollte ich schon immer mal in meinem Blog bringen, auch wenn’s hier vlt. Nicht ganz so passt, aber trotzdem!!!) manche Präsentationen waren wirklich super anspruchsvoll, wir haben z.T. sogar Flyer über verschiedenen Modestyle usw. bekommen, andererseits gab es aber auch echte Enttäuschungen, wenn trotz eindeutiger Regeln der Vortrag auf Russisch gehalten wurde z.B.. Eins der Mädels fing sogar an nach 2 Minuten Präsentation 10 Minuten lang über Ihre Erfolge in der Schule, Musikschule und Schülerzeitung zu reden. Ach ja, sie war auch Schülerpräsidentin und hat irgendeinen Wettbewerb gewonnen und war deshalb mal auf ner Insel, von der sie 1000 Bilder zeigte…
Letztendlich war der erste Platz ziemlich eindeutig belegt und es ging dann um die Verteilung der anderen Plätze, was aber sehr schwierig war, da ein internationales Komitee in denen Russen Teil der Entscheidungsmacht sind immer zu Problemen kommt. Russen an sich lieben nämlich wenn Ihre Vorurteile bestätigt werden (Hatte ich erzählt, dass im Moskaucamp eine Freundin aus Guatemala aufgefordert wurde beim Theaterstück nur mit Blättern bekleidet aufzutreten, da es ja die normal-traditionelle Kleidung sei?), deshalb passte z.B. eine Gothicerin nicht in Ihr Bild, da sie erzählte sie habe nicht wirklich das Verlangen sich umzubringen…
Vielmehr bestanden Sie darauf das liebe Mädchen mit dem langen Zopf zu nehmen, welches Geige spielt und immer lieb schaut (und natürlich gegen Subkulturen ist, wobei ihre einzige Begründung war, dass Subkulturisten komisch seinen und mit Ihrer Kleidung Leute stören würden). Ich bin ja noch froh, dass von dem Mädchen dass sich allen Ernstes hinstellte und Ihre komplette Argumentation auf einem Zitat aufbaute, dass in etwa aussagte: „Den Sprung von Kindheit zu Erwachsensein soll man möglichst schnell hinter sich bringen, um seinem Land dienlich sein zu können.“ Und das schlimme war sie glaubte echt jedes verdammte Wort dass sie sagte… Naja… In Russland fehlten halt echt die 60er und 70er Jahre, die bei uns für viel mehr Freiheit sorgten.
So kurzer Einschub in die Gegenwart. Heute ist der 07.03. und ich schreibe mal wieder von einer interessanten Lokation aus. Ich fahre mit einem sehr modernen Bus (man muss ja auch mal was loben!) gerade die Schwarzmeerküste entlang in Richtung Sochi. Die Landschaft ist echt wirklich aufregend und spannend, Serpentinenfahren in bis zu 200 Meter Höhe direkt neben einem vom Sturm aufgewühlten Meer (Bis zu 3m hohe Wellen! Letzte Nacht hat es hier ziemlich gestürmt). Und die einzelnen verbliebenen Schauer(-wolken) kreieren ein wirklich malerisches Szenario. Okay ich wär nicht Gregor wenn ich nicht doch noch was zu meckern finden würde… Aufgrund jahreszeitsbedingtem Blattausfall der Bäume ist der Kaukasus noch nicht wirklich in seiner Topform, aber ich sehe seine Ambitionen. Außerdem sprießen schon hier und da die ersten Krokusse, Schlüsselblumen und andere Frühlingsgewächse aus dem sehr kalkhaltigen Boden. Ich habe letzte Nacht in einem Hotel in der Nähe von Ol’ginka bei Tuapse (am sch. Meer) mit Alessandro, Karla, ihrem neuen Gastbruder (Sie wohnt momentan bei der Leiterin von AFS-Krasnodar), und dessen Freunden. Wir haben geschaschlikt, waren im Schwimmbad (Meer leider noch zu kalt) und mir wurde Angeboten wieder als Volunteer zu arbeiten im nächsten Camp, welches in ebendiesem Hotel Ende März stattfinden wird. Soll heißen wenn ich nicht noch das Angebot bekomme zu einem cooleren Camp (Weil: Mehr Leute dort, die ich kenne!) nach Veliky Novgorod (Zwischen Moskau und Peter, da wo letztens mal der Bombenanschlag auf den Nachtzug war) zu fahren, verbringe ich die nächsten Ferien am kohlefarbenem Meer (sorry, mir ist kein besseres Synonym eingefallen). Naja und nun wo ich schon am großen See bin, dachte ich mir, ich könne doch auch eine Freundin in Sochi besuchen, welche ich in Izhevsk getroffen habe. Und mit diesem Stichwort habe ich mir eine quasi perfekte Überleitung geschaffen und ich kann wohlgemutes von der aktuellen Zeit zum Erzähltempus zurückschreiten.
In Izhevsk habe ich mal wieder viele Schüler kennengelernt, mit denen ich mich auf jeden Fall wieder treffen werde! Wie zum Beispiel heute. Außerdem war dort eine deutsche Studentin, die momentan ihr Praktikum im Goethe-Institut absolviert, was wohl ein wirklich sehr reizvoller Job sein soll. Man hat sehr viele Aufgaben und bekommt selbst als Praktikant viel Eigenverantwortung zugeteilt. Wir reisten dann auch am 01.02. gemeinsam nach Moskau, was anfangs ein bisschen verwirrend war, da Izhevsk in einer anderen Zeitzone liegt und die Zugfahrpläne in Moskauer Zeit, aber auch das Problem haben wir gelöst. In Moskau übernachtete ich bei Masha, einer guten Freundin, die ich im Moskaucamp kennengelernt habe. Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit und erwartungsgemäß war Moskau zu dieser Zeit sehr kalt, dementsprechend haben wir nicht allzu viel erlebt. Jedoch waren wir in einem Filmstudio, denn sie studiert Medienjournalismus und muss öfters an verschiedenen Castings teilnehmen, in dieser Rolle sollte sie ein Mädchen spielen, dessen fester Freund, beste Freundin und letztendlich auch noch Mutter stirbt. Entsprechend war sie ganz froh die Rolle nicht bekommen zu haben. Und meine Illusionen wurde zerstört. Ich musste mit ansehen, wie eine Richtersendung (ala Alexander Hold, nur russisch) gedreht wurde. Und das mit Schauspielern!!!! Ich dachte doch das ist alles echt… Außerdem waren wir in einer Kunstausstellung, die jedoch zum Großteil geschlossen war und ich habe ein bisschen des Nachtlebens kennengelernt. Zwar konnte ich nicht sehr lange ausgehen (die Metro schließt um 1 Uhr, und ohne sie ist Moskau nochmal 5x so groß), aber die erste Bar in der wir waren war schon fast cooler als alle Krasnodarer Bars zusammen.
Am 05.02. ging dann meine Reise weiter nach Wolgograd um meinen Kumpel Axel dort zu besuchen (Austauschstudent). Über Wolgograd gibt es jetzt wirklich nichts weiter zu berichten. Die Ältesten Gebäude 70 Jahre, die Hauptattraktionen kann man an einem Tag abhaken… Deshalb hatten wir eher Spaß zusammen. Wir machten Intensiv-Banja (russische Sauna, bei der man sich mit Buchenblättern auf den Rücken schlägt, danach mit Salz einreibt und dann das ganze wieder von vorne… Autsch!!! Oh und das Beste: der Aufguss wird mit etwas Bier verdünnt… Was komisch klingt, aber gar nicht so übel riecht, und das Beste ist, den Rest des Bieres muss man dann ja auch trinken), trafen uns mit Luisa und Francesca (Bolivien, Italien) und haben einfach viel Quatsch gemacht.
Am 09.02. war dann der Zeitpunkt für meine letzte Station auf dieser Reise gekommen: Rostow an der Don. Diese historische Stadt liegt nicht weit vom Asowschen Meer und ich muss sagen, sie gefällt mir echt sehr gut. Ich konnte wieder bei einer Freundin aus dem Moskaucamp übernachten, Nastia. Sie und ein Freund zeigten mir wirklich viel dieser Stadt und ich bin wirklich froh darüber dort gewesen zu sein. Leider war auch hier das Wetter gegen mich, -10 Grad und ein verdammt kalter Wind, der das ganze eigentlich erst so kalt gemacht hat.
Oh mein Gott, ich kann es nicht fassen: Ich schaue so nichtsahnend aus dem Fenster, und was sehe ich? Grün! Nicht weit von Sochi zwischen, wie mir das Ortsschild verriet, Hopsa und Loo (interessante Namen), gibt es neben dem Regen der gerade angefangen hat wirklich grünes Gras! Fast wie in Deutschland! Ich bin ja so froh!!!
Oh je. Nach diesem sentimentalen Ausrutscher ist wohl die Seriösität und Niveaufülle meines Blogs auf des Minimum eines ekelhaften, schmutzigen, objektiv-kommerziellen bild-zeitungsabklatschenden… Verdammt jetzt habe ich vergessen worauf ich hinauswollte naja… Ach PS: Es hat wieder aufgehört zu regnen.
Zurück in der Zeit, zurück nach Rostov (Ich kann das auch ohne Chevrolet [Verbessert mich wenns ne andere Marke war]). Also aufgrund des Wetters genoss ich ausführlich die Vorzüge der dortigen Badewanne. Ihr wisst ja nicht was für ein Genuss es ist sich nach einem halben Jahr nur Dusche endlich mal wieder zu wäschn. Also wie gesagt ist Rostov für russische Maßstäbe wirklich wunderschön, allerdings ebenfalls jahreszeitlich gehandicapt. Einer Stadt die durch Ihre vielen Parks und Bäume ausgezeichnet ist steht nun mal Schneematsch nur bedingt.
Am darauffolgenden Sonntag war ich dann endlich per Autobus heimgekommen und war eigentlich sehr froh endlich eine Pause machen zu können, als ich schon erfuhr, dass ich am Mittwoch schon wieder nach Wolgograd reisen werde, da der Italiener in Korenovsk, Andrea, einen Begleiter brauchte (er ist nicht 18), um nach Wolgograd zu Francesca zu reisen. So verbrachten ich nach nur 2 Tagen schon wieder die nächste Nacht in dieser ach so schönen Stadt und kam am 25. nicht nur mit Andrea sondern auch mit Axel zurück, der gerade Ferien hatte. Welch ein Fehler…
So: der Spannungsbogen ist mit nur einem Satz aufgebaut, euer Interesse wiedererweckt, doch dem armen Gregor ist von der vielen Gekurverei jetzt so langsam doch schlecht geworden und er schreibt ein anderes mal weiter. Bis dahin erfreut euch an diesem Cliffhanger, jetzt erstmal Werbung.

PS: Ich habe gerade eben in der Ferne Sochi gesehen! Juhu!!!
PPS: Hat jemand noch meine alten Blogeinträge? Würde mich freuen wenn sie mir jmd zukommen lassen könnte :)

Комментариев нет:

Отправить комментарий